Supermarkt-Spirituosen im Test

Im Test: Bulleit Bourbon (45% Alk.)

Bulleit Bourbon

Der perfekte Bourbon! Das ist jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber so könnte man den Bulleit Bourbon beschreiben. Nicht in dem Sinne perfekt, als dass er das High-End Destillat des Jahrhunderts wäre, sondern vor allem im Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Er bringt nämlich verdammt viel mit ins Glas, und kostet dabei nur um die 20€ pro 0,7-Liter-Flasche. Beim Amazon Prime Day ging er sogar für 16€ über die virtuelle Ladentheke. Das ist ungefähr der Preis einer normalen Jack Daniel’s-Flasche, und Jack Daniel’s verkauft in der westlichen Welt mit am meisten Flaschen.

Mit 45% Alkohol in die Flaschen gefüllt, fließt er aus derselben Brennerei wie sein Bruder, der Bulleit 95 Rye. Wie am Bild unschwer zu erkennen ist, habe ich noch eine Flasche des Bourbon auf Reserve gekauft. Das ist schon ein Unterschied zu seinem Kollegen aus Roggen, bei dem hatte ich mich nämlich explizit dagegen entschlossen. Daran erkennt man schon, dass ich wesentlich mehr vom Bulleit Bourbon halte als vom Bulleit 95 Rye!

Verkostung des Bulleit Bourbon

Kräftiges Bronze, so liegt der Whiskey im Glas. Dank der Flachenform und dem schmalen Etikett kann man die Farbe auch schon in der Flasche bewundern. Bei Boubon ist Farbstoff verboten, daher kommt der Farbton ausschließlich aus dem Eichenfass.

In der Nase hat man einen süßen, wunderschönen Bourbongeruch. Viel Honig, ganz wenig Eiche, und was mir ganz besonders wichtig ist, nur wenig Klebstoff! Viele Bourbon haben so einen penetranten Gestank nach Lösungsmittel oder Klebstoff, das kann ich persönlich überhaupt nicht ab. Hier ist er allerdings nur sehr unterschwellig, fast schon nicht vorhanden. Außerdem gibt es noch die klassischen Vanille- und Karamellnoten zu entdecken. Es ist kein Alkohol da, trotz stattlicher 45%.
Der Geruch ist typisch, elegant, aber auch gradlinig und direkt. Man hat eine gefällige Komposition vor sich, aber kein komplexes Aromenfeuerwerk.

Im Mund geht es dann so weiter: Er ist süß und vollmundig. Der Speichelfluss wird angeregt. Deutlich zu spüren ist die Schärfe von Pfeffer, dazu ein bisschen Mais und ein bisschen Honig. Gegen Ende sind leichte Anklänge der Eiche zu spüren.

Der Abgang ist eher kurz. Dabei baut sich die Pfefferschärfe zu einer gewissen Art Würzigkeit auf, welche aber keineswegs unangenehm ist. Ausklingen tut der Bourbon mit einem Anflug von Mais und klassischer Eiche.

Fazit

Du hast Appetit auf einen Bourbon auf Eis? Hier, nimm diese Flasche Bulleit Bourbon. Du hast Appetit auf einen Old Fashioned? Hier, nimm diese Flasche Bulleit Bourbon. Du hast Lust auf einen komplexen und interessanten Bourbon für einen besonderen Anlass? Hier, nimm diese Flasche Knob Creek… äh, ich meine, du kannst dir auch einen Bulleit einschenken. Aber der Bulleit ist eher als der gemütliche Sipper für die Leute gedacht, die immer noch Jim Beam, Jack Daniel’s und Co kaufen.

Ist er jetzt also der perfekte Bourbon? Für den gewöhnlichen Alltag, ja. Lohnt sich ein Blindkauf? Wer eh gerne Bourbon trinkt und dem gerade seine Flasche Jack Daniel’s leer geworden ist, für den ist es Zeit zum upgraden!

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