Supermarkt-Spirituosen im Test

Im Test: Bowmore 9 Jahre Sherry Cask Matured (40% Alk.)

Bowmore 9 Sherrry Cask Matured

Und mein letzer Whisky der Brennerei Bowmore. Ich habe aus der Reihe von Bowmore schon den 12-Jährigen, den 15-Jährigen und gestern den 18-Jährigen probiert. Heute habe ich den Bowmore 9 Jahre vor mir, der in Sherry- und Bourbonfässern reifte.
Ich möchte hier hervorheben, dass ich mich besonders über die Altersangabe freue. Für mich war das ein Kaufgrund (des Samples). 9 Jahre ist in den Maßstaben der Scotchindustrie nicht sehr viel, aber doch eine ausreichend lange Zeit, um einen Whisky auf den Markt zu bringen. Ich möchte wetten, dass einige der beliebteren No-Age-Statements jüngeren Whisky enthalten.
Witzigerweise ist der Bowmore mit 9 Jahren genauso dunkel wie sein 6(!) Jahre älterer Bruder, der als der dunkelste Whisky von Bowmore vermarktet wird. Allerdings muss man wissen, dass beiden Abfüllungen Farbstoff zugesetzt wird.
Eigentlich habe ich erwartet, dass sich nach 9 Jahren Reifung der Rauch noch nicht so stark abbauen würde. Das sieht man zum Beispiel an den älteren Brüdern oder an Whiskys von Laphroaig. Daher freute ich mich auf einen stark sherrylastigen Whisky mit deutlichem Rauchanteil, was auf dem Papier sehr interessant aussieht.

Verkostung des Bowmore 9 Jahre

Doch ich habe nicht so einen starken Rauch in der Nase wie gedacht. Er ist wesentlich schwächer als beim 12 jährigen Bowmore, und der hatte 3 Jahre mehr Zeit, um den Rauch abzubauen! Aber Torf ist zu finden und dadurch eine gewisse medizinische Note. Dazu fruchtige Orange und das Kräutige eines Bowmores. Der Sherry ist prägnant mit roten Früchten und Rosinen. Ganz wenig Kakao. Schöne Nase für die Leute, die nichts gegen ein wenig Rauch einzuwenden haben.

Der Whisky ist intensiv im Geschmack. Auch hier ist der Rauch nicht so stark, wieder ein bisschen Torf. Er ist sehr fruchtig vom Sherry. Karamell, dass gegen Ende dunkler und bitterer wird. So gut wie keine Eiche schmeckbar. Ich kann verstehen, wie Leute da schwarzen Pfeffer reinschmecken können. Ich hätte es nicht als Pfeffer bezeichnet, hätte ich nicht die offiziellen Tasting Notes gelesen. Das ist für mich eher das Karamell, das da leicht angebrannt ist.

Der Abgang ist süß und sehr salzig, aber sehr kurz. Es verbleibt nur der Gedanke an Salz länger im Mund.

Fazit

Ein schöner Malt! Für mich einer der besten Whiskys von Bowmore, trotz oder gerade wegen der jungen 9 Jahre. Er ist gefährlich süffig. Der Alkohol bindet sich perfekt ein und ist dabei stark, aber nicht zu intensiv. Die 40% Alkohol sind meines Erachtens genau die richtige Menge. Ich spreche hier eine klare Empfehlung meinerseits aus, eine Flasche für mich wird beim nächsten Einkauf mit in den Einkaufswagen gepackt.
Eine Sache noch zum Schluss: Er ist anders als der Bowmore Darkest. Wer also eine günstigere Abfüllung des Bowmore Darkest sucht, der liegt hier falsch. Aber wer den 15 Jährigen mag, der wird sicherlich auch mit dem Bowmore 9 Jahre seinen Spaß haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

arrow_upward