Supermarkt-Spirituosen im Test

Im Test: Zinselhof Spekulatius-Sahne-Likör

Zinselhof Spekulatius-Sahne-Likör

Noch ein Weihnachtslikör. Nicht nur Aldi beglückte uns mit einem Winter-Sahne-Bratapfel-Likör, auch andere Discounter zogen mit und präsentierten weihnachtliche Genüsse. Oder zumindest wollten sie erreichen, dass wir ihre Flaschen kaufen. Ob sie dann wirklich so ein Genuss sind, das werden wir noch sehen. Die heutige Flasche stammt von Netto. Das Netto auch Spirituosen im Sortiment führt, hatte ich bis jetzt nicht so auf dem Schirm. Also wage ich den Schritt und probiere diesen Saisonartikel. Vielleicht habe ich Netto ja die ganze Zeit zu Unrecht mit Missachtung bestraft und sie verkaufen richtig gutes Zeuch. Der Zinselhof Spekulatius-Sahne-Likör wird mit 17% Alkohol in die Flasche gefüllt und wechselt für 4,99€ den Besitzer. Der Begriff „Zinselhof“ ist mir vollkommen unbekannt. Dass es ein Ortsteil in Mittelfranken mit 17 Einwohner (Stand 2003, Quelle Wikipedia) ist, macht das zwar nachvollziehbar, hilft aber nicht wirklich weiter. Ich habe während der Recherche auch keine Brennerei gefunden, die sich für diesen Likör verantwortlich zeigt (im Nachhinein verständlich). Dem deutschen Markenregister nach ist Zinselhof eine eingetragene Marke von Netto. Damit bleibt die Brennerei oder die Manufaktur weiterhin ein gehütetes Geheimnis, auf der Flasche steht es jedenfalls nicht drauf.

Verkostung des Zinselhof Spekulatius-Sahne-Likör

Der Likör liegt braun und dickflüssig im Glas. Er hinterlässt sichtbare Schlieren am Glas, welche als kleine Beinchen zurück ins Glas laufen. So weit sieht er gut aus.

Der Geruch ist verhalten und hauptsächlich geprägt von Sahne, Milch und Alkohol. Viel Alkohol. Dem begegnet man in jedem Stadium der Verkostung. Auf der Flasche steht fett das Wort Spekulatius drauf, und in der Tat könnte man darin fast, aber auch nur fast Spekulatius vermuten. Vorausgesetzt, man weiß, dass er überhaupt enthalten sein soll. Hauptsächlich rieche ich Zimt. Mit ein bisschen guten Mutes vernehme ich vielleicht noch Kardamom, Muskat und Nelken, also typische Gewürze für den Spekulatius und die Weihnachtszeit. Allerdings sind sie so verhalten, dass ich den Aufdruck Spekulatius-Likör fast schon frech finde. Er erinnert eher an sehr billigen Whisky-Sahne-Likör. Ich rede von dem Stoff, der billiger als der Kaffee bei Starbucks ist und für den man sich im Supermarkt tief beugen muss. Ein schlechter Start. In der Nase hat er mich nicht überzeugt, hoffentlich wird er im Geschmack besser.

Im Mund breitet sich Sahne aus. Nach zwei bis drei Sekunden gesellt sich ein halber Spekulatius hinzu. Immerhin, das ist weihnachtlich und mehr, als was ich aus der Nase vermutet hätte. Der Alkohol schmeckt permanent hervor und ist sehr aufdringlich. Der schmeckt wirklich wie ein sehr billiger Likör. Der Spekulatiusgeschmack ist auch nicht wirklich prägnant. Wenn man ihn sucht, dann findet man ihn schon, aber er kann sich nicht gegen den Alkohol oder die Sahne durchsetzen.

Der Abgang ist fast nicht vorhanden. In dem Rest, der bleibt, könnte man wieder Zimt, Kardamom und Nelken vermuten. Auf jeden Fall verbleibt einem der Eindruck von viel Alkohol am Gaumen.

Fazit

Die Flasche tut ja schick aussehen, aber der Likör in ihr ist… enttäuschend. Schwache Nase, aufdringlicher Alkohol im Geschmack und vom Abgang wollen wir erst gar nicht reden. Den Begriff Spekulatius hätten sie auch nicht drauf drucken müssen. Eine Beschreibung als Alkohol-Sahne-Likör hätte es besser getroffen. Dieser Likör von Zinselhof ist billiger Fusel. Lasst die Finger davon und die Flasche bei Netto im Regal stehen. Ihr werdet es nicht bereuen.

1 Kommentar zu “Im Test: Zinselhof Spekulatius-Sahne-Likör

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