Supermarkt-Spirituosen im Test

Im Test: Weisse Schokolade-Likör (15% Alk.)

Weisse Schokolade

Ich lief letztens mit meiner Freundin durch die Gänge des Edekas unseres Vertrauens und im nächsten Moment lag diese Flasche in unserem Korb. Zwischen dem Sehen der Flasche, der Entscheidung, ob wir sie kaufen möchten, und dem Zeitpunkt, wo sie im Korb lag, verging nicht einmal der Bruchteil einer Sekunde. Der gesamte Vorgang lief schneller ab, als ich gucken konnte. Mindestens in Lichtgeschwindigkeit. Ja, richtig gelesen, mindestens. Aber das ist auch kein Wunder, schaut man sich diese Flasche dann einmal näher an. Eine bessere Verpackung kann es schlicht nicht geben. Eine schicke Flaschenform im Stil von Booker’s Bourbon, eine Kuh, die zu lächeln scheint und in großen Buchstaben steht gut leserlich das drauf, was drin ist: „Weisse Schokolade“. Kudos für die Designer der Flasche. Das haben sie echt gut gemacht. Passend dazu, und der gefällt mir ähnlich gut, ist der Slogan der Hersteller: „Schlicht Einfach Ehrlich“. Also ab nach Hause und eingeschenkt. Mal schauen, was der Likör drauf hat.
Hergestellt und vertrieben wird der Likör von der Beckschulte-Spirituosenmanufaktur in Münster. Mehr Information zum Hersteller findet man unter weisseschoko.de.

Verkostung des Weisse Schokolade-Likör

Der Likör liegt milchig und weiß im Glas. Die Milch hinterlässt Schlieren an der Glasinnenwand; der Likör möchte auch gar nicht mehr ins Glas zurücklaufen.

Ich vermeine dann auch diese Milch in der Nase wahrzunehmen, aber vor allem rieche ich weiße Schokolade. Sehr viel weiße Schokolade. Dazu Karamell, Toffee, Anklänge von Kokos und leider auch Alkohol. Dieser meldet sich mit einer Note von Lösungsmittel und lässt Gedanken an eine vergorene Frucht aufflimmern. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und meine eine Birne zu riechen, welche schon viel zu lange liegen gelassen wurde und langsam vergärt. Der Alkohol sorgt leider auch für ein unangenehmes Stechen tief in der Nase. Im Grunde riecht der Likör ähnlich wie Raffaellos. Mich stört ein bisschen das Alkohol-Lösungsmittel-Birnengemisch, aber die weiße Schokolade mit dem Karamell finde ich sehr angenehm.

Im Mund ist der Likör selbstverständlich milchig und cremig und dadurch auch recht schwer. Er ist süß, wieder mit viel namensgebender weißer Schokolade und Karamell. Das gefällt jedem Schleckermaul, so auch mir. Ich vernehme wieder Anklänge von Kokos, die stammen wohl von der weißen Schokolade. Dann gibt es noch kurz eine Zitrone zu entdecken, bis der Alkohol alles kaputt macht. Ein alkoholisches Brennen setzt ein, und das bei nur 15% Alkohol. Der Geschmack von Neutralalkohol überlagert nach kurzer Zeit die restlichen Aromen. Eventuell kann man auch hier wieder eine Frucht erkennen, aber das Gesamtbild des Likörs ist zerstört.

Als erstes muss ich den Alkohol runter schlucken. Wenn der erst einmal weg ist, bleibt einem der Gedanke an das Toffee und die weiße Schokolade erhalten.

Fazit

Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich vom Likör „Weisse Schokolade“ nur mäßig begeistert. Am besten schmeckt er, wenn man ihn schnell runterschluckt und nicht lange im Mund behält. Er hat tolle Momente, aber der Alkohol ist überhaupt nicht eingebunden und stört extrem. Er ist kein totaler Reinfall, so schlimm ist er nicht, aber ich schmecke den Alkohol zu sehr und zu schnell durch. Es gibt im Handel bessere Alternativen, zum Beispiel der Whiskylikör Coole Swan. Für mich ist dieser Likör mit 11€ die Flasche zu teuer und den Preis nicht wert.

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