Supermarkt-Spirituosen im Test

Im Test: Silverstone Winter-Sahne-Bratapfel-Likör

Silverstone Winter-Sahne-Bratapfel-Likör

Es steht Weihnachten vor der Tür und das Weihnachtsgeschäft brummt und brummt. Das bedeutet vor allem, dass überall Schokoladen-Weihnachtsmänner, Adventskalender und Lebkuchen im Weg stehen. Aber auch an uns Freunde von Spirituosen wurde gedacht, so hat grad gefühlt jeder Supermarkt seine eigene Kollektion an Weihnachtslikören im Angebot. Deutschlands größter Discounter ist dabei selbstverständlich mit von der Partie und präsentiert uns sowohl einen Marzipan- als auch diesen Bratapfel-Likör mit Sahne. Der Silverstone Winter-Sahne-Bratapfel-Likör, so ist die Langform, wird derzeit bei Aldi-Nord vertrieben und ist dort für 4,99€ erhältlich. Hergestellt wird er, wie für Aldi üblich, von der Firma Rückforth GmbH, welche selber eine Tochterfirma von der unbekannten Rola GmbH & Co. KG ist. Rola ist einer der größten Spirituosenhersteller in Deutschland und verkauft unter dem Namen ihrer Tochterfirmen vor allem Discounterware, zum Beispiel die ganzen Sonderangebote bei Aldi wie Limoncello oder Armagnac.

Zu Weihnachten bringen sie also diesen Bratapfel-Likör raus. Er hat 15% Alkohol und wird in 0,5-Liter-Flaschen verkauft. Mit Sahnelikören von Aldi hatte ich bis jetzt nicht so gute Erfahrungen (Limetten-Likör, Espresso-Likör), mal schauen, was dieser drauf hat.

Verkostung des Silverstone Winter-Sahne-Bratapfel-Likör

Braun wie Kakao und wenig viskos liegt er im Glas. Die Sahne benetzt die Wände, hinterlässt aber schnell wieder ein klares Glas. Ich frage mich, woher die Farbe stammt. Auf der Flasche steht nichts von Farbstoff, also muss sie natürlich entstanden sein. Nach deutschem Recht muss Farbstoff auf dem Etikett deklariert werden, wenn er hinzu gegeben wird.

Der Geruch ist von der Intensivität stärker, als was ich von Aldi gewohnt bin, aber im Vergleich zu anderen Likören ist er trotzdem mild. Das bedeutet nichts schlechtes, bei diesem Likör finde ich die Milde angenehm, nur weniger darf nicht sein. Als erstes springt einem ein fruchtiger Apfelbrand in die Nase. Das gefällt mir und allen, denen ich bisher ein Glas eingeschenkt habe, ziemlich gut. Danach meldet sich leider der Alkohol, obwohl der Bratapfel-Likör nur 15% hat. Ich finde das echt schade. Immerhin gibt es danach weihnachtliche Gewürze zu riechen. Ich finde davon Zimt, Kardamom, Vanille und Marzipan. Er erinnert dadurch schwach an Lebkuchen. Für Lebkuchen fehlen eigentlich noch die Gewürznelken, aber die habe ich nicht gefunden. Durch den Alkohol wirkt der Likör ein bisschen sauer.

Im Mund ist er durch die Sahne weich und cremig. Als erstes bemerke ich natürlich den Apfel, welcher schön fruchtig und süß ist. Das, was ich in der Nase gerochen habe, setzt sich bei mir auch so im Mund fort, jetzt noch begleitet und untermalt von einer süßen Sahne. Vielleicht ist auch ein Hauch von Schokolade dabei. Dann taucht der Alkohol auf und trübt den Spaß. Schade, schade, hier merkt man halt den Preis, den man für die Flasche gezahlt hat. Wäre der Alkohol ein bisschen weniger aufdringlich, wäre er schön rund und weihnachtlich, so wird das Bild ein bisschen getrübt. Nichtsdestotrotz schmeckt er mir gut.

Der Abgang ist sehr kurz. Am Anfang blitzt der Apfel auf, danach die weihnachtlichen Gewürze, dann ist der Likör verschwunden. Am längsten hält sich ein Hauch von Marzipan im Mund.

Fazit

Der Bratapfel-Likör ist sehr süffig und bekömmlich. Wenn man eine Flasche auf den Weihnachtstisch stellt, überlebt sie den Abend wahrscheinlich nicht. Die Alkoholnote schmälert für mich zwar das Vergnügen, aber bei dem Preis ist die Qualität durchaus gerechtfertigt. Kurz gesagt, er ist süß und cremig, dabei fruchtig, leicht alkoholisch und weihnachtlich. Ich meine jedoch, dass die Alkoholnote nicht so stark ist, als dass sich die meisten Gelegenheitstrinker sonderlich daran stören würden. Wer also eine Kleinigkeit sucht, um sich oder seiner Familie die Adventszeit oder die Feiertage zu versüßen, der sollte eventuell einen Spaziergang zu Aldi machen.

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