Supermarkt-Spirituosen im Test

Im Test: Met 866 Honigwein (12% Alk.)

Met 866 Honigwein

„Der von den Wikingern besungende Honigwein“ – so steht es auf der Flasche des Met 866. Man muss jetzt kein Fan der Wikinger sein, um den wohl ältesten Wein der Menschenheit zu genießen. Aber es ist überliefert, dass Menschen schon vor 5500 Jahren aus Honig ein berauschendes und schmackhaftes Getränk brauten. Damals noch mittels Spontangärung (so wie auch beim Rhum aus Haiti), heute wird das natürlich alles kontrolliert und nichts mehr dem Zufall überlassen.

Der Met 866 wird also aus reinem Honig gebraut und dabei werden, so interpretiere ich das, ihm keine Zusatzstoffe wie Gewürze oder Fruchtsäfte beigesetzt. Der Hersteller wirbt auch mit dem Slogan „kräftig & pur“. Die Flasche wechselte für 3,99€ den Besitzer, bei dem Preis kann man auch für Met nicht meckern.

Verkostung des Met 866 Honigwein

Blass und gelb liegt der Honigwein im Glas. In der Nase rieche ich deutlich Honigmelone, dann Honigseife, Weintrauben und Biermalz. Nach einiger Zeit stoßen Propolis und der Eindruck von Terpentin hinzu und der Wein wirkt dann leicht alkoholisch. Der erste Eindruck ist trotzdem ganz positiv.

Der Antritt ist weich und gemäßigt süß. Er wirkt leicht wässrig und ich habe den Wein doch deutlich süßer erwartet. Im Geschmack trumpft dann natürlich der Honig auf, aber ich schmecke auch helle Früchte und gelber Apfel mit einer leicht vergorenen Note. Nach einiger Zeit wird der Met bitter und erinnert im Geschmack an Pfirsichschalen, die ja auch durchaus bitter sein können. Nun gesellt sich wieder das Bienenwachs hinzu.

Der Abgang ist genauso kurz wie trocken. Bienenwachs kleidet den Mund aus. Jetzt ist der Met wirklich bitter, es verbleiben einem noch der Eindruck von Apfelschalen, schales Bier und ein Hauch der Honigsüße.

Fazit

Schön gemacht. Für einen Neuankömmling ist Honigwein bestimmt gewöhnungsbedürftig, aber der Met 866 gefällt mir besonders gut als Aperitif. Er hat einen angenehm niedrigen Alkoholgehalt und bietet eine schöne Mischung aus Süße und Bitterkeit, ohne ins jeweilige Extreme abzudriften.

„Kräftig & pur“, das passt, denn durch die Bitterkeit bietet er doch noch eine Kante und wird nicht zum gefälligen Digestif. Die gelegentlichen Fehlnoten stoßen zum Teil unangenehm auf, aber bei dem Preis muss man manche Sachen verzeihen können.

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